Das Milliardengeschäft mit den Haustieren

Der Hund ist für die meisten Menschen der treueste Gefährte – oder eben eine Katze. Herrchen und Frauchen lassen sich die Liebe zu Mops und Mieze einiges kosten und das sehr zur Freude der Hersteller und Anbieter von Heimtierbedarf. Doch auch Herr-chen und Frauchen können davon profitieren und Geld verdienen – denn die Börse macht es möglich mit einigen der Aktien tierisches Geld zu verdienen.

Ausgefallene Accessoires für Vierbeiner

Die Lidfaltenentfernung für den Mops, der Norweger-Pulli für Hasso oder das exclusive Hundebett mit Swarosvski-Steinen für den Chihuahua – die Vielfalt an Hunde-Accessoires kennt kaum oder besser mittlerweile gar keine Grenzen mehr. Es ist zwar kaum zu glauben, doch der Markt für den Heimtierbedarf wächst und das sogar stärker als der Konsummarkt. So gaben allein die Amerikaner 2014 über 56 Milliarden Euro für ihre Haustiere aus und das ist das Vierfache wie 1991.

Die Deutschen hingegen sind nicht ganz so großzügig, denn sie haben bis 2015 „nur“ rund 9,1 Milliarden Euro für Hund, Katze & Maus ausgegeben, wie die Uni Göttingen in einer Studie ermittelte. Da es jedoch immer mehr Single-Haushalte gibt, wächst die Zahl der treuen Begleiter – sozusagen als emotionale Stütze. Somit steigt folglicherwei-se die Zahl der Haustiere weltweit. 2015 hatten bereits über zwei Drittel der US-Amerikaner Haustiere, wobei die Katzen sehr beliebt waren, gefolgt von den Hunden. Dazu kamen noch sechs Millionen Hamster, Meerschweinchen, Zierfische und Vögel, die in den heimischen vier Wänden gehalten werden.

Vor allem die Haltung eines Hundes ist teuer. Für Fifi, Bello & Co. gaben die Amerika-ner bis 2015 rund 1.500 Euro pro Jahr aus und für Katzen circa 350 Euro weniger. Von diesen Ausgaben floss ein Teil in Tierfutter, Körbe, Fressnäpfe, Kratzbäume und andere Accessoires. In Europa wurde der Markt für Heimtierbedarf 2015 auf 25 Milliarden Euro geschätzt – Deutschland soll daran mit über vier Milliarden Euro beteiligt sein.
Die Übernahmewelle

Die Übernahmewelle im Segment Tierfutter zeigt, wie begehrt diese Branche ist. So kaufte 2010 die Private-Equity Firma KKR die britische Kette Pets at Home für eine Mil-liarde Euro auf. Das Marktkapital des seit 2014 börsennotierten Konzerns wurde zuletzt auf 867.83 Mio. Euro geschätzt und der KGV auf 13,13. Die Analystenhaltung zu der Aktie ist seit August positiv und hier wird von einem „fairen Aktienpreis“ gesprochen und damit einem mittleren Anlagerisiko.

Doch das Online-Geschäft mit Tierfutter und Bedarf verspricht ein noch stärkeres Wachstumspotenzial. Wurden 2015 nur 5 % des Umsatzes der Branche online abge-wickelt, so hat sich das bis 2016 nicht geändert, denn die Branche hat ihren Wach-stumstrend der Vorjahre fortgesetzt. So beträgt das geschätzte Umsatzvolumen in 2016 rund 510 Mio. Euro und das stellt ein deutliches Plus zu den Vorjahren auf.

Zooplus rollte den Online-Handel auf

Die börsennotierte Zooplus AG ist der Marktführer im online Handel. Das SDax-Unternehmen aus München ist innerhalb von zwei Jahren (2015) zweistellig gewachsen und der Kurs an der Börse hatte sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. 2015 wurde mit 124,25 Euro ein Rekordhoch erreicht. Aktuell wird die Aktie mit 140,60 Euro gehandelt und das bringt einen KGV von 91,53 mit sich. Gehandelt werden können die Aktien von Zooplus, Pet at Home und weiteren börsennotierten Konzernen bei CMC Markets.

Ein weiteres gigantisches Potenzial weist auch der Markt für Tiergesundheit auf. Die Amerikaner gaben 2015 für Besuche und Eingriffe beim Tierarzt rund 50 % der Ausga-ben für Hund und Katze aus. Laut einer Statistik des Marktforschungsinstituts Harris Interactive zahlen die US-Amerikaner für Operationen rund 550 Euro und für Routine-besuche circa 200 Euro jährlich. Aber auch die Behandlung von Krankheiten kostet viel Geld.

Von diesem wachsenden Tiergesundheitsmarkt profitieren ebenfalls die börsennotierten Konzerne wie die Veterinary Center of America. Von der VCA werden zahlreiche Tier-arztpraxen und -Kliniken in Nordamerika. Des Weiteren werden von dem Unterneh-men auch Hunde- und Katzenpensionen betrieben, wenn Frauchen und Herrchen auf Reisen gehen wollen – dann können Sie Fifi & Muschi dort unterbringen.

Auch die amerikanische online Apotheke für Tiermedizin Pet Med Express gelten als weitere Nutznießer, sowie die amerikanische Pharma- und Impfstoffhersteller MWI Ve-terinary Supply und der Pharma-Konzern Zoetis (der größte Anbieter im Bereich Tier Medikamente). Besonders Zoetis hatte sich in der letzten Zeit sehr gut entwickelt.

Doch es ist wohl Zooplus, der den deutschen Anlegern am bekanntesten sein dürfte. Der Kurs des Online Tierfutter Händlers hatte sich innerhalb von drei Jahren bis 2015 fast verdreifacht. Seit Jahren wuchs der Konzern bereits rasant wobei im Mai 2017 ein 5-Jahreshoch von 194.15 Euro erzielt wurde. Aktuell ist die Aktie ein wenig gefallen und wird mit 140,60 Euro (Stand 19.09) gehandelt.